Anekdoten: Wie ein Baum

2003 fei­er­te man in Oer-Erken­schwick »90 Jah­re Schwes­tern von der Gött­li­chen Vor­se­hung« im »Kin­der­heim St. Agnes«. Zu die­sem Anlass haben zahl­rei­che Weg­ge­fähr­ten schö­ne Geschich­ten und Anek­do­ten zu Papier gebracht, die wir an die­ser Stel­le gern ver­öf­fent­li­chen möchten.

 

Wie ein Baum


ie einen Baum sehe ich das Kin­der­heim St. Agnes in unse­rer Pfarr­ge­mein­de St. Josef. 90 Jah­res­rin­ge kann die­ser Baum inzwi­schen auf­wei­sen. Durch den uner­müd­li­chen Ein­satz der Schwes­tern von der Gött­li­chen Vor­se­hung — 90 Jah­re lang — ist der Baum zu dem gewor­den, der er heu­te ist. Dank­bar schaue ich zurück auf ver­gan­ge­ne 23 Jah­re, davon gut 18 Jah­re mei­nes haupt­amt­li­chen Diens­tes als Pas­to­ral­re­fe­ren­tin in der Pfarr­ge­mein­de St. Josef. Wäh­rend die­ser Zeit habe ich erfah­ren, wie die­ser Baum im Bild der Jah­res­zei­ten immer wie­der Früh­ling, Som­mer, Herbst und Win­ter erleb­te! So möch­te ich in alter Ver­bun­den­heit, beson­ders auch den Schwes­tern, mei­ne herz­li­chen Glück- und Segens­wün­sche sagen!

 

er rasche, gute Kon­takt zu den Schwes­tern ist bis heu­te geblie­ben. Es fehlt hier der Platz, um alle schö­nen Erin­ne­run­gen auf­zu­zäh­len, die mir durch gute Zusam­men­ar­beit mit den Schwes­tern als ein Schatz geblie­ben sind. Gern den­ke ich z. B. an die bun­te, wech­seln­de Kin­der­schar, die unse­re vie­len Kin­der- und Fami­li­en­got­tes­diens­te durch far­ben­fro­he Rei­gen, Tän­ze, Lie­der und Spie­le mit­ge­stal­tet hat, die Stern­sin­ger-Aktio­nen gleich zu Beginn der Grün­dung 1981/82, in die sich Kin­der und Jugend­li­che des Kin­der­heims ein­ge­bracht haben, die Kin­der-Bibel-Wochen und ‑Tage, den Start einer Kin­der-Mise­re­or-Akti­on, bei der die Jun­gen und Mäd­chen Was­ser gezählt haben, um die Kost­bar­keit eines ein­zi­gen Trop­fens zu erspü­ren, das Palm­stock­bas­teln — rund­um: sämt­li­che »Akti­vi­tä­ten«, die von der Pfarr­ge­mein­de für alle Kin­der und Jugend­li­chen ange­bo­ten wur­den; selbst­ver­ständ­lich auch die Vor­be­rei­tung vie­ler Kin­der auf den Emp­fang der Sakra­men­te Tau­fe, Buße, Eucha­ris­tie und Fir­mung. Sehr vie­les ist mir — nicht nur im pas­to­ra­len Dienst -, son­dern auch ganz per­sön­lich durch die Schwes­tern geschenkt wor­den. Auch hier nur eini­ge Bei­spie­le: die herz­li­che Gast­freund­schaft, das gemein­sa­me Gebet, beson­ders das Vesper­ge­bet an hohen Fei­er­ta­gen zu Ostern und Weih­nach­ten mit anschlie­ßen­dem gemüt­li­chen Bei­sam­men­sein, zu dem auch mei­ne Mut­ter immer ein­ge­la­den wurde.

 

bschlie­ßend möch­te ich noch gern die jähr­li­chen fro­hen Som­mer­fes­te im Gar­ten des „gro­ßen neun­zig­jäh­ri­gen Bau­mes” nen­nen, die mit viel Lie­be und Enga­ge­ment von allen im Hau­se vor­be­rei­tet und durch­ge­führt wur­den bzw. wer­den, die offen sind für Jung und Alt in unse­rer Stadt. Letzt­lich ist gar nicht zu ermes­sen, wie viel Gutes und Wert­vol­les, ja Lebens­not­wen­di­ges, vor allem Kin­der und Jugend­li­che unse­rer Stadt und dar­über hin­aus bis heu­te durch das Kin­der­heim erfah­ren! „Wenn ich die Bäu­me sehe, so ist mir, als sind sie Abbild des Lebens…” sagt die Dich­te­rin Regi­na Ober­wal­der. „Unse­rem alten Baum” wün­sche ich noch sehr vie­le Jah­res­rin­ge aus der Kraft sei­ner Wur­zeln, die in Gott ihren Bestand haben.

Wal­bur­ga Gries