Anekdoten: Schwester Makaria

2003 fei­er­te man in Oer-Erken­schwick »90 Jah­re Schwes­tern von der Gött­li­chen Vor­se­hung« im »Kin­der­heim St. Agnes«. Zu die­sem Anlass haben zahl­rei­che Weg­ge­fähr­ten schö­ne Geschich­ten und Anek­do­ten zu Papier gebracht, die wir an die­ser Stel­le gern ver­öf­fent­li­chen möchten.

 

Schwes­ter Makaria


er Anruf im Kin­der­heim St. Agnes gestal­te­te sich so ganz anders als das heu­ti­ge Tele­fo­nie­ren mit einem soge­nann­ten Call­cen­ter irgend­ei­ner Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft: kei­ne vor­ge­schal­te­te Ser­vice-Num­mer mit anschlie­ßen­der sechs­stel­li­ger Zah­len­fol­ge! — Kei­ne War­te­schlei­fe mit adrett klin­gen­der Frau­en­stim­me: Im Moment sind lei­der alle Plät­ze belegt. Sie wer­den mit dem nächs­ten frei­en Mit­ar­bei­ter ver­bun­den! — Kei­ne anschei­nend vor Unge­duld schüt­zen­de und die War­te­zeit über
brü­cken­de Melodie!

 

ein, die Anru­fe beim Kin­der­heim emp­fand ich dage­gen immer als sehr ange­nehm! Die sehr ein­gän­gi­ge und nur aus vier Zah­len bestehen­de Tele­fon­num­mer (1790) konn­te ich mir sehr gut mer­ken. Das Ent­schei­den­de war aber die immer net­te und freund­li­che Begrü­ßung durch Schwes­ter Maka­ria: „St. Agnes Kin­der­heim, Schwes­ter Maka­ria, guten Tag.” Man trug sein Anlie­gen vor und Schwes­ter Maka­ria stell­te die tele­fo­ni­sche Ver­bin­dung zu der erfrag­ten Per­son aus einer der Kin­der­grup­pen im Hau­se her. Falls die Ver­bin­dung nicht zustan­de kam, sag­te sie: „In der Grup­pe mel­det sich im Moment kei­ner.” Ich bedank­te mich und füg­te hin­zu, dass ich es zu einem spä­te­ren Zeit­punkt noch ein­mal ver­su­chen wür­de. Schwes­ter Maka­ria ver­ab­schie­de­te sich mit einem freund­li­chen: „Auf Wie­der­hö­ren.” Bei den kur­zen tele­fo­ni­schen Kon­tak­ten mit Schwes­ter Maka­ria blieb immer der Ein­druck einer sanf­ten und freund­li­chen Per­son zurück. Für mich waren es Kon­tak­te, die in Erin­ne­rung geblie­ben sind.

Tho­mas Janssen