Kapitel 5: Ein neues Kapitel

Im fünften Kapitel unserer Chronik schlägt das junikum tatsächlich ein eben solches auf und schreibt mit Bau und Bezug beeindruckender neuer Räumlichkeiten Geschichte. Zwölf Jahre lang war die Schillerstraße 1 Standort der Haupt-Geschäftsstelle, im August des Jahres 2018 war zunächst das Wohnhaus für die »junitOERbit« bezugsfertig, im Spätherbst dann auch die Geschäftsstelle an der Klein-Erkenschwicker-Str. 17…

Den Neubau fest im Blick


m 7. April 2017 hat das »junikum« die Anträge für die beiden geplanten Neubauten im Stadtteil Oder eingereicht. Die »junitOERBIT«, seit Langem fester Bestandteil auf dem Gelände zwischen Kindergarten und Pfarrzentrum, soll ebenso ein neues Domizil beziehen, wie die Geschäftsstelle des »junikum«. Stellvertretend für die Kinder und Jugendlichen zeigte sich Geschäftsführer Thomas Kurth begeistert. Nachdem im Juli 2017 der erste Spatenstich für den Neubau erfolgte, rollte kurz darauf bereits der Bagger an, um mit den Erdarbeiten zu beginnen.

Stadtgeschichtliche Bedeutung


as Gelände des alten Pastorats von Oer, wo der Neubau jetzt entstehen soll, gelangte Anfang der »90er-Jahre« in den Fokus der Heimatforschung als alternativer Standort der »Burg Oer«. Stadtgeschichtliche Bedeutung hat dieser Sitz der Herren von Oer dadurch, dass hier die Keimzelle von Oer vermutet wird. Auch wenn bereits 1436 die Herren von Oer von ihrem Landesherrn, dem Kölner Erzbischof, endgültig aus dem Vest vertrieben wurden, zeigt das Wappen der Stadt Oer-Erkenschwick doch eindrucksvoll, wie eng der Bezug zur Familie von Oer noch in heutiger Zeit ist. Zur Prüfung des Bauuntergrunds wurden von der Baufirma Schnitte ausgehoben die danach von einem Grabungsteam der »LWL-Archäologie für Westfalen« noch genauer untersucht und archäologisch erfasst wurden. Angetroffen wurden hierbei überwiegend alte Aufschüttungen. Der Schnitt in der Nähe des Straßenrands könnte eventuell ein Teil der in den alten Karten eingezeichneten Gräfte angeschnitten haben. Ein Erfassen der gesamten Fläche ist jedoch nicht vorgesehen, da eine tiefe Aushebung der Baugrube nicht notwendig ist. Vielmehr bewirkt die geplante Bodenplatte eine Stellen-Versiegelung, so dass die Situation in der Erde für kommende Forschungen trotz des Baus erhalten bleibt.

Gelungenes Richtfest


on oben kündigte sich Unheil an. Das Wetter drohte dem Richtfest des »junikum« am Freitag, 15. Dezember 2017 an der Klein-Erkenschwicker-Straße zunächst einen bösen Streich zu spielen, doch am Ende schloss der Wettergott für die zahlreichen Anwesenden nicht nur für einen Moment die Regenschleuse, er schickte sogar ein paar Sonnenstrahlen auf die beiden imposanten Rohbauten, so dass die Veranstaltung planmäßig von statten gehen konnte. Noch befinden sich die beiden »junikum«-Häuser im Rohbau, doch die vielen Besucher, darunter selbstverständlich auch zahlreiche »junikum«-Mitarbeitende, konnten sich bereits einen außerordentlich guten Eindruck vom Bauprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrhauses verschaffen.

Was die eigentliche Bauphase anging, so befand man sich im Dezember 2017 voll im Zeitplan. „Nur müssen wir gerade damit leben, dass es Lieferschwierigkeiten bei den Fenstern gibt“, sagte Thomas Kurth, der den Umzug seiner Mitarbeitenden sowie den Einzug der Kinder und Jugendlichen für das kommende Jahr avisierte. „Ab der dritten Kalenderwoche 2018 stehen die Arbeiten im Bereich Elektrik und Sanitär an, die Fenster werden dann ebenfalls nach und nach eingebaut”, so Kurth weiter. Der Geschäftsführer bedankte sich im Bezug auf den Bau des »OERBIT 2.0« bei allen Beteiligten für den enormen bisherigen Input und die ebenso leidenschaftliche wie professionelle Kooperation auf allen Ebenen.

Planmäßiger Erstbezug


homas Kurth, Geschäftsführer der junikum GmbH, freute sich völlig zu recht: „Wir sind voll im Zeitplan und konnten unser erstes Ziel planmäßig erreichen!” Was war geschehen? Vom 25. auf den 26. August 2018 verbrachten die ersten Kinder im neuen Gruppenhaus mit der Bezeichnung »junitOERBIT« ihren ersten Tag und ihre erste Nacht. Der Einzug erfolgte, obwohl die Handwerker im Haus sowie die Galabauer im Außenbereich noch einige Arbeiten erledigen müssen. „Alle Beteiligten arbeiten mit Volldampf an der Fertigstellung”, so Kurth. „Wir wünschen allen Kindern und Mitarbeitenden von Herzen einen guten Start in ihrer neuen Heimat!”, sendete der Geschäftsführer die besten Wünsche aus.

Abriss des alten Pfarrgebäudes


lötzlich ging alles ganz schnell. Das alte Pfarrhaus der katholischen Gemeinde an der Klein-Erkenschwicker-Straße 17 war schneller abgerissen, als man schauen konnte.  „Es ist ein Haus, an dem der Zahn der Zeit nagte und das technisch längst nicht mehr auf aktuellem Stand war. Pfarrer wohnen dort schon seit vielen Jahren nicht mehr”, berichtete Journalist Jochen Börger ind er »Stimberg Zeitung«. Nach dem bereits abgeschlossenen Umzug der Wohngruppe »junitOERBIT« aus dem Pfarrhaus in eine der beiden Neubauten fiebern nun die knapp 20 Mitarbeitenden der Geschäftsstelle dem baldigen Umzug von der Schillerstraße 1 zur Klein-Erkenschwicker-Straße 17 entgegen. Rund 1,2 Millionen Euro pro Haus wurden in die beiden Bauten investiert.

»Ganz normaler« Umzugsstress


espräche wie das Folgende dürften nach realisiertem Umzug in die neue Geschäftsstelle wohl keine Seltenheit werden: „Und wo kann ich Sie finden?” – „Das junikum finden Sie in der Schill… – äh, pardon: in der Klein-Erkenschwicker-Straße 17!” – So oder so ähnlich wird es den Mitarbeitenden des junikum in Oer-Erkenschwick in den nächsten Wochen und Monaten wohl noch einige Male gehen, schließlich hatte die Hauptstelle des junikum ihren Sitz satte zwölf Jahre an der Oer-Erkenschwicker Schillerstraße mit der Hausnummer 1. Ohne jede Frage gewöhnungsbedürftig.

Seit wenigen Wochen lautet die Adresse des junikum also »Klein-Erkenschwicker-Str. 17« und der Neubezug der dortigen Räumlichkeiten macht Thomas Kurth, Geschäftsführer des junikum, ganz besonders stolz. „Ich glaube ich spreche für alle unsere Mitarbeitenden hier in der Geschäftsstelle, aber ganz sicher auch für die Bewohner und Betreuer der benachbarten »junitOERbit«, wenn ich sage, dass wir mit dem neuen Standort an der Klein-Erkenschwicker-Straße 17 und den nagelneuen Räumlichkeiten mehr als zufrieden sein können.”

Nach dem »ganz normalen« Umzugsstress wird in nahezu allen Büros auch das Alltagsgeschäft wieder aufgenommen, selbstverständlich begleitet von den bei einem Umzug dieser Größenordnung ebenfalls »ganz normalen« Störfeuern, wie Thomas Kurth zu berichten weiß: „Alle Telefonate werden aktuell noch auf unsere Mobiltelefone umgeleitet, aber auch die Probleme mit der Telefonleitung werden wir mit unserem Anbieter sicher bald aus der Welt geschafft haben.” Während die Arbeiten im Gebäude mittlerweile weitestgehend abgeschlossen sind, dauern die Arbeiten am Außengelände noch an. Aktuell werden die Parkplätze angelegt, danach folgen Arbeiten an den Grünanlagen.

Elisabeth Folz verabschidet


Am 7. Februar 2019 wurde Elisabeth Folz aus dem Aufsichtsrat des junikum mit großem Applaus verabschiedet. „Exakt ein Jahr zuvor haben wir Ihren Mann aus dem Aufsichtsrat verabschiedet! Sie versprachen uns damals, noch ein Jahr dran hängen zu wollen, was uns sehr glücklich gemacht hat!”, so Wolfgang Wagner, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Josef, zum Auftakt seiner Rede. Dass diese Jahr nur so vorbeirauschte, hatten alle Beteiligten erschreckend zur Kenntnis genommen.

Wagner dankte dem scheidenden Aufsichtsratmitglied gemeinsam mit seinen beiden Kollegen vom »Unterausschuss junikum vom Kirchenvorstand St. Josef«, Norbert Schröer und Dr. Martin Jostarndt für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren und bedauerte die scheidende Kompetenz. Was Elisabeth Folz, die dem junikum vor allem in Finanzfragen hilfreich zur Seite stand, in ihrer Funktion als Aufsichtsratmitglied des junikum besonders auszeichnete, war die Fähigkeit, sich fundiert und durchdacht einzubringen – und das »leise« und mit dem Verzicht auf übermäßig viele Worte. Das junikum ist für Elisabeth Folz im Laufe der Jahre zu einer echten Herzensangelegenheit geworden. Stets war sie über alle Aktivitäten bestens informiert und bei nahezu allen Events auch persönlich vertreten. Mit ihr verliert das junikum einen echten Aktivposten.

Fortsetzung folgt…

Vielen Dank für Ihr Interesse…

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