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Wer sich mit der Geschichte des heutigen »junikum« intensiv beschäftigt, wird feststellen, dass die ständig wiederkehrende Zahl »VIER« irgendwie eine besondere Rolle spielt. Sprechen wir beispielsweise über die »Pfarrei St. Josef« in Oer-Erkenschwick, so beheimatet sie heute »vier Kirchtürme« und mit »Christus König«, »St. Marien«, »St. Peter & Paul« sowie »St. Josef« exakt »vier Gemeinden«. Letztgenannte wurde mit dem Bau der Josefkirche ins Leben gerufen. In den Gründungsjahren des »St.-Agnes-Stift« wird der Zahl »VIER« aber noch aus einem anderen Grund eine maßgebliche Rolle zuteil. Wir schreiben das Jahr 1908…

Wie alles begann…


it Gründung der »Gemeinde St. Josef« im Jahre 1908 eng verwoben sind auch die Anfänge des »Kinderheim St. Agnes«. Die Zechenerweiterung in und um Oer-Erkenschwick brachte viele junge Bergarbeiterfamilien in den Ort, vorwiegend Slowenen, Polen und Ostpreußen, mit ihnen auch viele arme und verwaiste Mädchen, die zwingend eine Heimat brauchten. Die Bevölkerungszahl stieg entsprechend rapide an. Betreuungs- oder gar Ausbildungsangebote mussten allerdings erst geschaffen werden. Die dringend notwendige Krankenpflege existierte praktisch nicht. Der damalige Pfarrer Franz Roters, aber auch die Gemeindemitglieder waren sich einig, dass Hilfe bereit gestellt werden musste. Um den vielen mittellosen Mädchen eine Anlaufstelle zu bieten und eine Ausbildung zu ermöglichen, wurde an der Kirchstraße im Jahre 1913 ein »Schwesternhaus« errichtet. Bauer Backhaus stiftete der Kirche seinerzeit Grund und Boden.

Ankunft der vier Schwestern


uch der Münsteraner Priester Eduard Michelis erkannte die Not und entsandte am 15. Oktober 1913 – Sie ahnen es – vier »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« ins knapp 45 Kilometer entfernte Oer-Erkenschwick. Schwester Winolda sollte sich um die Handarbeitsschule kümmern und gleichzeitig auch als Oberin der Schwesternkommunität fungieren, Schwester Roswinda übernahm die ambulante Krankenpflege in den Ortschaften Oer, Groß-Erkenschwick, Klein-Erkenschwick, Rapen, Horneburg und Essel, Schwester Igenia betreute den Kindergarten (Kleinkinderbewahranstalt) und Schwester Merlinda unterwies die Mädchen in der Kunst des Kochens. Platz war in dem neu errichteten Schwesternhaus schnell ein kostbares Gut, schließlich gaben sich zahlreiche Besucher aus den umliegenden Ortschaften täglich die Klinke in die Hand.

Das »Experiment« klappte…


as sich wie vorprogrammierter Erfolg anhört, war zunächst von einer Menge Skepsis und Unsicherheit geprägt. Pfarrer Franz Roters brachte es damals auf den Punkt: „Klappt das Experiment, so können die Schwestern bleiben, klappt es nicht, so werden die Räume von den kirchlichen Gruppen und Vereinen genutzt.” Um es vorweg zu nehmen: Es klappte! „Hauptbestreben war es damals, arme und verwaiste Mädchen von der Straße zu holen und ihnen in den verschiedensten Bereichen eine Ausbildung zu ermöglichen”, weiß Schwester Lucie heute zu berichten. „Später kamen auch Jungen dazu. In den heutigen Wohngruppen überwiegt der Anteil der männlichen Kinder und Jugendlichen sogar!”

Märtyrerin als Namenspatronin


in Sprichwort sagt: »Jedes Kind braucht einen Namen«. So auch das frisch errichtete »Schwesternhaus« an der Kirchstraße in Oer-Erkenschwick. Dass die damaligen Verantwortlichen die »Heilige Agnes« mit der Einrichtung in Verbindung brachten, überraschte nicht. »St. Agnes«, die im zarten Alter von zwölf Jahren auf Grund ihres beharrlichen Gelübdes der Ehelosigkeit vor Christus im Jahr 250 durch Römer hingerichtet wurde, wird in verschiedenen Konfessionen als »Märtyrerin der Urkirche«, »geweihte Jungfrau« und »Heilige« verehrt. Die Widerstandsfähigkeit der »Heiligen Agnes« sollte sich nach dem Wunsch der Verantwortlichen auf die vielen jungen Mädchen, die im »Schwesternhaus« an der Kirchstraße mittlerweile ein und aus gingen, übertragen. Glaube und Schutz sollten gestärkt werden. So bekam das »Schwesternhaus« in Oer-Erkenschwick den Namen »St.-Agnes-Stift«. Der Orden der »Schwestern von der Göttlichen Vorsehung« mit dem Generalat in Münster nahm sich sämtlicher Aufgaben an.

Austausch aller Gründungsschwestern


an kann die handschriftlichen Aufzeichnungen aus den »Zwanzigern« rauf und runter lesen, die konkrete Not vor Ort wird an jeder Stelle überdeutlich. Arbeitsaufwand und Leistung der Schwestern waren – vorsichtig formuliert – überragend. Dies allein hielt den Laden aber noch nicht zusammen. Hinzu kam das gute Miteinander sowie das unverzichtbare Zusammenstehen in Not und Leid. Besonders gut für das Klima und die Motivation waren die vielen frohen Stunden, die man zusammen verlebte. Das leibliche Wohl der Mädchen und Schwestern sicherten die vielen Bergleute und Arbeiter, die das »Schwesternhaus« regelmäßig mit Lebensmitteln versorgten. Die Gründungsschwestern selbst rieben sich auf. Drei von ihnen zog es zum Altersruhesitz ins münsterländische »Haus Loreto«, Schwester Roswinda, die für die ambulante Krankenpflege verantwortlich war, tauschte gar die Erde mit dem Himmel. Bis zum Jahre 1919 war vom ursprünglichen Schwesternteam niemand mehr an Bord. Die Ordensleitung schickte regelmäßig frische Kräfte nach Oer-Erkenschwick.

Platzkapazitäten schnell gesprengt


ie Liste der hilfe- und ausbildungssuchenden Mädchen wurde in den Jahren immer länger. Die Platzkapazitäten im »Schwesternhaus« an der Ludwigstraße reichten längst nicht mehr aus. Dem Auftrag gerecht zu werden, wurde demzufolge immer schwieriger. Zur Erweiterung des »St.-Agnes-Stifts« wurde 1921 der gemeinnützige Verein »Schwesternhaus St. Josef« gegründet, 1922 folgte dann der lang ersehnte Erweiterungsbau des Schwesternhauses. Endlich konnte auch der Wunsch nach einem Raum für ambulante Krankenpflege entsprochen werden. Dieser wurde im Westflügel des Hauses eingerichtet. Vier Jahre später wurde aus dem »St.-Agnes-Stift« das »Waisenhaus St. Agnes«. Weitere Umbaumaßnahmen ermöglichten die Aufnahme von 40 Dattelner Kindern.

 

 

1914 bis 1918: erster Weltkrieg in Europa. 1939 bis 1945: zweiter Weltkrieg mit verheerenden Auswirkungen für die Region.  Das »Waisenhaus St. Agnes« war in diesen besonders schweren Zeiten nicht nur für Erkenschwick sondern auch für die Ortschaften Oer und Rapen ein echtes Zeichen der Hoffnung. Vor allem durch den Bergbau schnellte die Zahl der Einwohner in den einzelnen Ortschaften in die Höhe, mit ihnen aber auch die Zahl der Hilfsbedürftigen, was sich als absolute Herausforderung herausstellte…

100. Jahrestag der Ordensgemeinschaft


ir schreiben das Jahr 1942. Die Arbeit im Bergbau war ungemein hart, es herrschte allgegenwärtig große Armut. Das »Waisenhaus St. Agnes« war vor allem in den schweren Kriegsjahren ein wohltuender Lichtblick. Ein Ort christlich gelebter Menschlichkeit. Insbesondere die »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« haben dem Haus an der Kirchstraße ein wahrhaft unverwechselbares Gesicht gegeben. Kein Geringerer als Kurt Marti (1921-2017, Schweizer Schriftsteller und Pfarrer) verkündete einst, »dass Gott ein Tätigkeitswort werde«. Diese Worte wurden im »Schwesternhaus« Programm und werden bis zum heutigen Tag gelebt. 1942 feierte man den 100. Jahrestag der Ordensgemeinschaft. Ein Tag des Gebets. Vor allem angesichts der Nöte des Krieges und der zahlreichen Opfer.

Heftige Luftangriffe


as »Schwesternhaus«  kümmerte sich über die eigentlichen Belange hinaus zeitweise auch um den »Sicherheits- und Hilfsdienst«, kurz: »SHD«. So waren bis zu 200 SHD-Männer täglich zu verköstigen. Personell wurde hierfür nur geringfügig aufgerüstet, was von allen Beteiligten einen noch größeren Einsatz erforderte, als ohnehin schon. In den ersten Jahren des zweiten Weltkriegs musste das Haus lediglich kleinere Bombenschäden hinnehmen. Am 15. Januar 1945 aber erwischte es auch das »Schwesternhaus« mit voller Breitseite. Zwei Drittel des Hauses wurden beschädigt, teils zerstört. Viele Schwestern und Kinder mussten kurzerhand evakuiert werden. Gönner und Freunde des Hauses halfen auf dem kurzen Dienstweg beim Wiederaufbau sodass recht bald alle früheren Tätigkeiten im Haus in vollem Umfang wieder aufgenommen werden konnten. In der Zeit zwischen 1944 und 1945 pendelte man permanent zwischen Haus und Bunker, baute und renovierte unermüdlich nach jedem der zahlreichen Luftangriffe wieder aufs Neue. Noch dazu waren in dieser Zeit weitere Aufnahmen von Schwestern und Kindern aus dem »Anna-Stift« in Goch zu meistern. Doch auch diese Herausforderung stemmte man mit bewundernswerter Beharrlichkeit und vor allem Dank der Bereitschaft auf weiteren Verzicht, schließlich stand man in Goch im Falle einer Evakuierung des dortigen Stifts im Wort.

Glück im Unglück


xemplarisch für die unfassbar schrecklichen Momente in der Kriegszeit ist sicherlich die Geschichte eines blühenden zwölfjährigen Waisenmädchens, welches am 5. Januar 1945 erkrankte und nur wenige Tage später am 11. Januar verstarb. Just nachdem man das Mädchen auf das Schönste aufgebahrt hatte, um ihr die letzte Ehre zu erweisen, gab es einmal mehr den gefürchteten »Vollalarm«. Schwestern und Kinder schafften es gerade einmal bis in den Keller, da fielen schon die ersten Bomben. Erst später wagte man sich in einer kleinen Feuerpause Richtung Bunker. Auf dem Weg dorthin kreuzte man den Leichnam des verstorbenen Waisenmädchens, unterdessen bedeckt mit jeder Menge Mörtel und Splittern, noch dazu einsehbar von der Straße, denn die Bomben hatten dem Haus schwer zugesetzt. Eine Granate blieb in der Ostwand des Hauses stecken, detonierte jedoch nicht. Dieses unfassbare Glück bewahrte vermutlich viele Schwestern und Kinder vor dem sicheren Tod.

Heldenhafte Ordensschwester


icht nur die Geschichte um das kleine Mädchen bleibt wohl für immer in Erinnerung, auch die in der Nachkriegszeit sich häufenden Diebstähle und Plünderungen. Hiervor versuchte sich auch das »Schwesternhaus« zu schützen. Ein 24-Stunden-Wachdienst, den die Schwestern höchst persönlich schoben, sollte für Sicherheit sorgen. Die für alle Hausbewohner überlebenswichtige »Kuh Ella«, die sich im Keller des Hauses befand, war das erklärte Ziel der Diebe, was die wachhabende Ordensschwester jedoch verhindern konnte. Mit lautem Kochdeckelgeklappere wusste sie heldenhaft »Großalarm« zu schlagen und die Diebe in die Flucht zu treiben. Es liegen unfassbar viele Aufzeichnungen, Notizen und Berichte aus dieser furchtbar schrecklichen Zeit des Krieges und der Nöte vor. Genügend Material für einen spannenden Vierteiler.

Wechselbäder der Gefühle


er Einmarsch der Amerikaner hatte zufolge, dass alle Schwestern und Kinder das Haus verlassen mussten. Haus und Bunker wurden von den Amerikanern in Beschlag genommen und als Unterkunft hergerichtet. Zahlreiche Privatwohnungen traf dasselbe Schicksal. Schwestern und Kinder fanden in Säuglings- und Altenheimen sowie auf Bauernhöfen kurzfristig eine neue Heimat, bis das »Schwesternhaus« in Oer-Erkenschwick wenig später neu aufgebaut und renoviert wurde. Ein Lichtblick. Gleichwohl war es in den kommenden Jahren irgendwie ein stetiges Wechselbad der Geschehnisse. Aufbau, Renovierung, Brandstiftung, Wiederaufbau – zahlreiche Ereignisse gaben sich die Klinke in die Hand. Es dauerte eine ganze Weile – genauer gesagt bis zum Ende der »50er-Jahre« bis es dauerhaft positive Schlagzeilen zu vermelden gab.

Die Technik hält Einzug


eizen mit Kohle wurde durch den Einbau eines neuen Elektroofens endgültig zur Geschichte, zusätzlich wurden neue Badewannen und Duschen installiert und zahlreiche weitere technische Entwicklungen sorgten im »Schwesternhaus« bei der Verrichtung der täglichen Arbeit für enorme Erleichterung. Hierzu zählen insbesondere die elektrische Nähmaschine für die Handarbeitsschule, ein Auto für die Krankenschwester, die bis dato die zu pflegenden kranken Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen musste und auch ein Wäschetrockner sorgte für Entlastung. Trotz aller Anstrengungen war es den Schwestern immer noch möglich, neue Felder zu bestellen. Neben dem »Waisenhaus« sowie der »Handarbeits- und Kochschule« konnektierte man auch den »Kindergarten« der Pfarrgemeinde sowie die »Hostizienbäckerei« für das Dekanat Datteln ans Haus.

 

 

Die harten Kriegsjahre sind vorbei, es kam die Zeit der Bewährung und des Wiederaufbaus. Nicht nur für das »Kinderheim St. Agnes« ein Neuanfang auf allen Ebenen. »Aufbauen – renovieren – modernisieren«, so lautete das allgegenwärtige Motto. »Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft sowie ein unerschütterliches Gemeinschaftsgefühl« – die ureigenen Tugenden des »Schwesternhauses« halfen dabei, auch in dieser Phase jede herausfordernde Hürde zu meistern…

Schutzengel trotzt dem »Feuerteufel«


as Jahr 1957 begann »heiß«. Ein hinterhältiger »Feuerteufel« legte an nicht weniger als vier Stellen in den Schränken des Kindergartens ein Feuer und entzündete so die gesamten Räume, die schon nach kurzer Zeit lichterloh in Flammen standen. Die Schwestern hatten den nächtlichen Brand Gott sei Dank recht rasch bemerkt und konnten dank gemeinsamer Anstrengung ein weiteres Ausbreiten der Flammen bis zum Eintreffen der Feuerwehr verhindern. Zwar entstand ein Schaden von gut 10.000 Mark, der »Schutzengel« oberhalb der entzündeten Schränke hatte einen eben solchen und blieb unbeschädigt. Drei Monate später konnten die entsprechenden Räume wieder freigegeben werden.

Abschied von »Kuh Honny«


wei Jahre später hieß es wieder einmal Abschied nehmen – und zwar von der treuen »Honny«, der als letzte Kuh in der langen Geschichte des Kinderheim St. Agnes ein eigenes Kapitel zuteil wurde. »Honny« war aus eigenen Erzeugnissen schlichtweg nicht mehr zu ernähren und so traf man den Entschluss, sich von dieser lieb gewonnenen und lange Zeit existentiell wichtigen Tradition endgültig zu verabschieden. Fettgefüttert musste »Honny« 1959 ihr Leben lassen, nicht allerdings, bevor sie dem Stift noch zwei kleine Kälbchen schenkte. Aus der lang gepflegten Kuhweide wurde schließlich ein Spiel- und Turnplatz, der sich größter Beliebtheit erfreute und fortan stets stark frequentiert wurde.

Gott erlöst Schwester Edentia


icht weniger als 38 Jahre lang prägte Schwester Edentia das »St.-Agnes-Stift«. Nach monatelanger Krankheit erlöste sie der liebe Gott am 28. Januar 1961 von ihrem Krebsleiden und holte sie zu sich. Schwester Edentia hatte die Erfolgsgeschichte des Stifts maßgeblich mitgeschrieben und bleibt allen Beteiligten sowie dem gesamten Ort wohl auf ewig in positiver Erinnerung. Die Handarbeitsschwester half der Institution durch ihr selbstloses, freundliches und hilfsbereites Handeln so manches Schicksal zu überwinden. Schwester Bonifortis versuchte fortan, in die großen Fußstapfen von Schwester Edentia zu treten. Kein einfaches Unterfangen.

Keine Rose ohne Dornen


rei nach dem Motto »Bei einer Rose dürfen die Dornen nicht fehlen« brachten die folgenden Jahre viel Fortschritt und Freud, immer wieder aber auch Leid. So erkrankten im Jahr 1963 der Reihe nach zahlreiche Schwestern teils sogar schwer. Immer wieder musste personelle Engpässe hingenommen und Lücken gestopft werden. »Teamgeist, Selbstlosigkeit und Bescheidenheit« machten es möglich, dass auch diese Hürden stets genommen werden konnten. Was in den Jahren 1962 und 1963 allerdings nicht mehr befriedigt werden konnte, war der Bedarf an Heimplätzen. Das Haus platzte derweil aus allen Nähten und es wurde intensiv über einen Neubau nachgedacht. Um keine Kinder mehr abweisen zu müssen, wurde fleißig geplant und kalkuliert. Das hehre Ziel: Zwei Bauabschnitte sollten die Jahre 1965 und 1966 prägen – Kostenpunkt: 1,7 Millionen Deutsche Mark. Doch zunächst einmal war und blieb der Wunsch »Vater aller Gedanken«. Bis zum 10. Oktober 1966 sollte es dauern, bis der geplante Neubau endgültig genehmigt wurde. Hier bereits mit einem Etat von 2,2 Millionen Deutsche Mark.

Weinende und lachende Augen


it weinenden und lachenden Augen beobachteten Schwestern und Kinder zu Ostern des Jahres 1967, wie ein mächtiger Bagger die blühenden Obstbäume im Garten des Stifts gnadenlos entfernte. Dies war jedoch erforderlich, um die Träume von einem neuen Kinderheim für knapp 100 Mädchen und Jungen Wirklichkeit werden zu lassen. Obstbäume und Gemüsebeete sollten also einer mächtigen Baugrube weichen. Die Tränen über den Verlust der geliebten Bäume waren spätestens bei der Grundsteinlegung des neuen Hauses am 14. Juli 1967 getrocknet. Großen Anteil an der Durchsetzung aller Pläne hatte Heinrich Fritz Netta, geboren im Jahre 1928 in Oer-Erkenschwick – jener Stadt der er in den Jahren 1963 bis 1987 als »erster Bürger« vorstand. Der zweifache Familienvater Netta war es auch, der die bis heute erhaltene Tradition ins Leben rief, als Bürgermeister die Mädchen und Jungen des Stifts zu Weihnachten zu besuchen und mit kleinen, aber sehr persönlichen Geschenken zu beglücken. Um das umfangreiche Bauprojekt zu realisieren, »übersprang« Netta mit seinen Kollegen so manchen Paragraphen. Am 1. März 1968 konnte das Richtfest gefeiert werden. Fertigstellung des neuen und Teilabriss des alten Gebäudes gaben sich im März 1969 praktisch die Klinke in die Hand. Im selben Jahr feierte Schwester Bonifortis – die »Gute Starke« – ihr 50-jähriges Mitwirken in der »Ordensgemeinschaft von der Göttlichen Vorsehung«.

Einweihung des neuen Hauses


ie »70er-Jahre« begannen mit der offiziellen Einweihung des neuen Hauses. Die Zeremonie wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vorgenommen. Die Solidarität zwischen den Schwestern und der Bevölkerung Oer-Erkenschwicks wurde nicht zuletzt im Rahmen des Umzugs einmal mehr deutlich. Die letzten Teile des alten St.-Agnes-Stifts wurden übrigens erst sieben Jahre später abgerissen. Bis dahin nutzten diverse Gruppen und Vereine der Pfarrgemeinde die übrig gebliebenen Räumlichkeiten. Bürgermeister Netta betonte bei der Einweihung, dass man beim Betrachten des neuen modernen Gebäudes stets auch das Wirken innerhalb der »vier Wände« im Blick haben solle. Dann – und nur dann – sähe man viel mehr, als einfach nur ein neues Gebäude.

Schwester Lucies Metapher


chwester Lucie beschreibt die stetigen Umstrukturierungen und die unaufhaltsame Weiterentwicklung der Einrichtung heute metaphorisch perfekt: „Das Leben im St. Agnes gleicht im Grunde genommen seit jeher einem regelmäßigen Tapetenwechsel. In den vergangenen Jahrzehnten musste stets kräftig aufgeräumt und renoviert werden”,  so die engagierte Schwester, die noch heute täglich im Dienste der Einrichtung steht. In der Tat wurden alte Tapeten immer wieder abgerissen und durch neue ersetzt. Tapeten mit neuer Struktur und neuem Muster wurden auf die bestehenden Wände gekleistert. Tapeten, die nicht immer wirklich geschmackvoll, geschweige denn hochmodern waren – und auch farblich nicht immer den Nerv der Zeit trafen. Auch war es nicht immer leicht, den neuen Tapeten Halt zu geben, aber geklappt hat es dank des großen Einsatzes aller Beteiligten immer. Dieses Procedere könne man ganz konkret 1:1 auf die Arbeit in der Einrichtung übertragen, betont Schwester Lucie, die den Sendungsauftrag vor Ort in dieser Form im übertragenen Sinne exakt beschreibt. Schwester Lucie leitete das Haus in der Zeit von 1982 bis 1994 selbst prägte somit die über 100-jährige Geschichte entscheidend mit.

Alle Kraft den Kindern geschenkt


err, hier bin ich, Du hast mich gerufen! – am 19. August 1971 holte der liebe Gott die am 16. März 1893 in Borken geborene Schwester Wicburgis, die 42 Jahre als Leiterin des Kindergartens in Klein-Erkenschwick tätig war, heim. Sie starb wohlvorbereitet und ergeben in Gottes heiligem Willen. Unmittelbar bis zu ihrer Heimkehr hat Schwester Wicburgis ihre gesamte Kraft barmherzig den Kindern geschenkt. Ihr Herz war stets für alle Menschen geöffnet. Sie war allseits beliebt und ob ihres frohen Gemüts und urwüchsigen Humors bekannt. Schwester Wicburgis teilte Leben und Glauben und lebte die Gastfreundschaft.

Gelbsucht sorgt für Quarantäne


rei Jahre mussten die Kinder des neuen Hauses auf diesen Moment warten, 1971 war es dann endlich soweit: der neue Spielplatz wurde feierlich eröffnet und bot für die jungen Bewohner fast alles, was das Kinderherz begehrt. Sandkasten, Planschbecken, diverse Turngeräte – ja sogar eine Rollschuhbahn wurden für den sofortigen Betrieb freigegeben und fortan fleißig genutzt. Ein Jahr später wich die Freude am Spielparadies für einige Wochen. Was war für die Kinder im Jahr 1972 nicht alles geplant: gut vorbereitete Fahrten, Jugendherbergsbesuche und vieles mehr. Dass aus alledem nichts wurde, lag daran, dass eines der Kinder unmittelbar vor den Ferien an Gelbsucht erkrankte. Die Lage spitzte sich derart zu, dass  alle Beteiligten sogar in Quarantäne kamen. Die Schwestern schafften es allerdings, die Enttäuschung bei den Kindern durch ein »hausinternes Alternativprogramm« in Grenzen zu halten. Theaterspiele, Tänze und sogar eine selbst initiierte Kirmes sorgten trotz der widrigen Umstände allseits für Zufriedenheit.

Großzügige Spendenbereitschaft


wischen 1972 und 1976 wear die Zeit geprägt von einer unglaublich hohen Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung. Das »Kinderheim St. Agnes« freute sich über zahllose Spenden. Geschäftsleute, Kegelclubs und Privatpersonen zeigten sich in dieser zeit sehr großzügig und stellten Spielzeug, Geld, Haushaltsgeräte, einen Fernseher und vieles mehr zur Verfügung. Unterstützung, die das Kinderheim im Zuge des Wiederaufbaus mehr als gut gebrauchen konnte. Neue Richtlinien im Bereich der Kinder- und Jugendheime zwangen das neue Haus dazu die Kapazität von 96 Kinder auf 72 herunter zu schrauben. Diese Kinder wurden fortan in sechs »familienähnliche Gruppen« umstrukturiert. Das neue Haus hatte vieles, ja fast alles zu bieten, was man sich wünschen konnte, nur gab es weder einen Raum für größere Feierlichkeiten, geschweige denn ein Gymnastikareal. Pfarrer Ernst Föcking erklärte dies zu Beginn seiner Amtszeit (1973 bis 1999) zur Chefsache und errichtete im Innenhof eine Gymnastikfläche, die im Jahre 1982 fertig gestellt und fortan sehr fleißig genutzt wurde. Übrigens: der durch Pfarrer Föcking organisierte Minibagger sorgte in der Bauphase bei »Groß und Klein« für kollektives Staunen.

Vom Waisenhaus zur Gruppenwohnung


eit muss man nicht zurück denken, da reihte sich im großen Schlafsaal des Kinderheims ein Bett an das nächste. Nach dem allmorgendlichen Appell ging es früher geschlossen in den großen Speisesaal. »Massenabfertigung« würde man dies heute wohl nennen. All dies gehört an der Ludwigstraße in Oer-Erkenschwick mittlerweile der Vergangenheit an. War die Betreuung der früher meist verwaisten Kinder bislang den fleißigen »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« vorbehalten, kümmern sich heute überwiegend pädagogisch ausgebildete Fachkräfte um ihre Gruppen. Schwester Lucie erinnert sich: „Mit den Jahren wurde immer mehr Wert auf Qualifizierung und fachliche Ausrichtung gelegt, als Grundlage des heutigen Erfolgs. Schwester Siegfriedes hat dies maßgeblich vorangetrieben und dafür gesorgt, dass die Einstellung von Personal von einer guten pädagogischen Ausbildung begleitet wurde. Sie ermöglichte eine fachlich kompetente Erzieher-Ausbildung.” Heute leben die zu betreuenden Kinder in familienähnlichen Gruppen zusammen. Vorrangige Bestandteile des Heimlebens sind das »Zusammensein«, das »Einander-Anerkennen« sowie das »Tolerieren« und »Akzeptieren-Lernen«.

Heinz Netta feiert 20-Jähriges


in Mann, der die positive Entwicklung des »Kinderheim St. Agnes« maßgeblich mitgestaltete, war Heinz Netta, Minister des Landstags und Bürgermeister der Stadt Oer-Erkenschwick. Netta feierte im Jahre 1983 sein 20-jähriges Dienstjubiläum als »erster Bürger« der Stadt und bedankte sich in einem emotionalen Brief persönlich beim Kinderheim für die einstudierte Tanzeinlage der Kinder im Rahmen der Feierlichkeit. Er wertete dies – so Netta wörtlich – „als Zeichen der Verbundenheit”. Nettas Frau konnte und wollte zahlreiche Tränen der Freude während der Tanzeinalge nicht zurückhalten. Heinz Netta sollte nach seinem »20-Jährigen« noch vier weitere Jahre das Amt des Bürgermeisters ausüben.

Föcking spricht von »Schwierigkeiten«


ährend man im »Kinderheim St. Agnes« in der Vergangenheit nach Lösungen suchte, genügend Plätze für verwaiste oder betreuungsbedürftige Kinder zu schaffen, sah man sich im Jahre 1984 einer ganz anderen Problematik ausgesetzt. Die Frage, die sich Pfarrer Ernst Föcking in der Gemeinde St. Josef stellte, lautete vielmehr „Wie können wir unsere derzeitige Zahl von 44 Plätzen halten?” Von einer Schließung des gesamten Kinderheims war in anonymen Informationen an die »Stimberger Zeitung« gar die Rede. Doch Pfarrer Föcking stellte schnell klar, dass als Gegenmaßnahme maximal eine der vier Gruppen geschlossen würde, niemals aber das gesamte Kinderheim. „Wir dürfen niemals zulassen, dass die Kinder, die aktuell von uns betreut werden, aber auch die so genannten Ehemaligen, die immer wieder auf Besuch vorbeischauen, ihre Heimat verlieren”, so der kämpferische Pfarrer weiter. So genannte Pflegefamilien, die nur einen Bruchteil jener Kosten erzeugen, die eine Unterbringung in einem Kinderheim verursacht, sind in dieser Zeit eine extreme Konkurrenz für jedes Heim.

Platz für Menschen mit Handicap


n den kommenden zwei Jahren wurde das Haus weiter umstrukturiert. Man reagierte auf den merklichen Belegungsrückgang und begann damit, leerstehende Räumlichkeiten anderweitig sinnvoll zu nutzen. Man verhandelte mit der Diakonie und bis 1986 zogen nicht weniger als 36 Menschen mit Behinderung an die Ludwigstraße. So wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Darüber hinaus realisierte man die Idee von einer »Außenwohngruppe«, um die Verselbständigung von acht älteren Jugendlichen weiter voran zu treiben. Begleitet werden diese acht Teenager in der neu errichteten »Außenwohngruppe« von zwei Erwachsenen. Die Zeitung titelte anlässlich der Umstrukturierungen innerhalb des Hauses: „St. Agnes jetzt auf neuen Wegen Richtung Zukunft!”

60 Jahre im Priesteramt


er Herr schenkte Pfarrer Ludwig Hartmer 86 Lebensjahre. 60 davon verbrachte er im Priesteramt. Von 1951 bis 1973 war Ludwig Hartmer Pfarrer in der Gemeinde St. Josef in Oer-Erkenschwick. Sein Lebensideal: „Den Menschen in Selbstlosigkeit, Bescheidenheit und stetiger Hilfsbereitschaft zu dienen”. Sein Lebensziel: „Seiner Pfarrgemeinde im Bau der Kirchen in St. Marien und St. Josef geistige und religiöse Mittelpunkte zu schaffen”. Er sorgte sich sehr um das »Kinderheim St. Agnes«, in dem er sein Leben dem Schöpfer auch zurückgab. Pfarrer Hartmer  wurde am 22. Juli 1986 auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick beigesetzt.

75 Jahre heilige Messe


eit Weihnachten 1923 feiern die »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« im »Kinderheim St. Agnes« ihre jährliche heilige Messe. Im Jahr 1988 jährt sich dies in Oer-Erkenschwick nun bereits zum 75. Mal. Wie viel Segen die Schwestern in dieser langen Zeit durch ihre Arbeit und ihre Gebete in diese Stadt gebracht haben, ist nicht zu ermessen. Der Dank, der den Schwestern gebührt, ist alles andere als oberflächlich. Ganz im Gegenteil. Er kommt seitens der Gemeinde, sowie seitens der Stadt und der Bevölkerung aus tiefstem und erfülltem Herzen. Die »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« haben das Bild der Stadt Oer-Erkenschwick maßgeblich mitgezeichnet. Der leidenschaftliche, herzliche und selbstlose Einsatz der Schwestern – vor allem in der schweren Zeit des Kriegs – bleibt der gesamten Bevölkerung auf ewig in Erinnerung.

 

 

Im vierten und letzten Kapitel verfolgen wir schrittweise die Entwicklung bis zum heutigen »junikum«. 1995 übernahm Thomas Kurth die Leitung des »Kinderheim St. Agnes«. Als Schwester Lucie den Staffelstab an ihren Nachfolger weitegab, stand erstmals in der langen Geschichte des Kinderheims keine Ordensschwester in der Hauptverantwortung. Thomas Kurth, der neue Mann an der Spitze, entwickelte mit seinem Team eine völlig neue Identität…

Außenwohngruppe »Haus Sonneneck«


m Jahre 1991 war das »Haus Sonneneck« für die Außenwohngruppe des »Kinderheim St. Agnes« endlich voll bezugsfertig. Das Haus bietet Lebensraum für sieben Kinder. Sie sind es auch, die auf dem Weg zur Selbständigkeit alle anfallenden Arbeiten erledigen sollen. Die Zimmer wurden mit Eifer und Hingabe nach und nach eingerichtet. Es besteht überhaupt kein Zweifel: Die Bewohner im »Haus Sonneneck« sind sympathisch-sonnige eigenständige Wesen. Für Furore sorgen aber auch die Gruppen »Sausewind« und »Regenbogenland«, die gemeinsam mit ihren Betreuern eine ganze Menge miteinander erleben.

Erlösung für Schwester Generosa


er 2. April 1992 war ein sehr trauriger Tag in der Geschichte des »Kinderheim St. Agnes«, irgendwie aber auch ein Tag der Erlösung. Denn alle fragten sich nach dem Sinn für das lange Leiden von Schwester Generosa. „Es war zum Schluss wirklich ein schweres Stück Leben, aber es war Leben”, so Schwester Lucie. Ein Leben mit dichten Erfahrungen von Gottes Nähe, aber auch von Gottes Ferne. Alles waren den schweren Weg mit Schwester Generosa gegangen, die insgesamt 23 Jahre lang im »Kinderheim St. Agnes« wirkte und im Alter von 67 Jahren Erde und Himmel tauschte. „Sie hat uns zu einer Liebe herausgefordert, die uns stark gemacht hat”, so Schwester Lucie, die zwei Jahre später zum 31.12.1994 ihren Rücktritt als Heimleiterin bekannt geben sollte. 1992 feierte Pfarrer Ernst Föcking übrigens sein »Silbernes Priesterjubiläum«, welches mit einem großen Festessen im Kinderheim zelebriert wurde. Sogar Föckings Kapläne waren allesamt unter den 70 geladenen Gästen, um diesen großen Tag miterleben zu können.

Thomas Kurth sorgt für ein Novum


homas Kurth, der seit nunmehr drei Jahren Mitarbeitender im »Kinderheim St. Agnes« ist, übernimmt am 1. Januar 1995 die Leitung des Kinderheims und tritt damit die Nachfolge von Schwester Lucie an, die der Einrichtung insgesamt 12 Jahre vorstand und nun als Stellvertreterin Kurths ins zweite Glied rückt. Erstmals seit 87 Jahren stehen die Vorsehungsschwestern somit nicht mehr in der Hauptverantwortung. Thomas Kurth möchte in leitender Position die Tradition des Hauses unbedingt erhalten, gleichtzeitig in der Jugendhilfe aber auch für eine zeitgemäße Entwicklung sorgen. Kurth fasste vor allem Dank seiner hohen Qualifikation aber auch auf Grund seiner Kommunikationsfreude schnell Fuß. So titelte die »Westfälische Allgemeine Zeitung«: „Die Fachlichkeit von Herrn Kurth wirkt sich positiv auf die Heimarbeit aus. Der Wechsel vollzog sich nahtlos für die Jugendämter. Durch persönliche Vorstellung bei den einzelnen Jugendhilfebhörden suchte Herr Kurth intensive Gespräche, um die Bedarfslage in der Jugendhilfe zu erfahren und neue, zeitgemäße Konzepte zu entwickeln.”

Erste Gedanken zum Imagewechsel


as »Kinderheim St. Agnes« freute sich im Februar des Jahres 1996 über seine fünfte Wohngruppe. Bei dieser Gruppe handelte es sich um eine »Tages- und Kinderwohngruppe«. Im Gegensatz zu den bereits bestehenden Gruppen sollten die Aufenthalte der Kinder in der neu geschaffenen Gruppe nicht auf Langfristigkeit ausgelegt werden. Die Vorgabe lautete vielmehr, die Aufenthalte der Kinder „so kurz als möglich und so lange wie nötig” zu gestalten. Gleichzeitig hielten sich im Allgemeinen weiterhin die Vorurteile, im Kinderheim gäbe es »Gitter vor den Fenstern« und ausschließlich Waisenkinder. Thomas Kurth machte sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt Gedanken, »seinem« Heim ein anderes, positiveres Image zu verschaffen.

Gott sei Dank nur eine Übung


auch in den Fluren sowie im Kellergeschoss, dazu eine gewaltige Explosion sowie eine großräumige Absperrung des Straßenverkehrs. Feuerwehrleute und Einsatzkräfte wohin das Auge sah. Szenarien wie diese gehörten gut 50 Jahre zuvor fast zum Alltag, entpuppte sich am 6. November 1997 im Nachhinein allerdings – zur kollektiven Erleichterung aller Bewohner – als geplante Katastrophenübung der Feuerwehr. Alarmsirenen gab es an der Ludwigstraße vor einigen Jahrzehnten schließlich bereits zur Genüge. Kein Zweigel: Donnerstag, der 6. November 1997 blieb allen Bewohnern des » Kinderheim St. Agnes« sowie der Diakonie lange in Erinnerung.

Ernst Föcking verabschiedet sich


ehr als ein Vierteljahrhundert diente er der Gemeinde St. Josef. Nach sechsundzwanzigeinhalb Jahren verabschiedete sich Pfarrer Ernst Föcking aus Oer-Erkenschwick Richtung Westerholt St. Martinus, um sich dort der Seelsorge zu widmen. „Pfarrer Föcking hat sich in dieser Zeit voll und ganz seiner Gemeinde, in besonderem Maße aber auch für unser Kinderheim eingesetzt”, zollte Heimleiter Thomas Kurth Respekt. Mit dem »Kinderheim St. Agnes« war Pfarrer Föcking so manch steinigen Weg gegangen. Hierbei säte er stets Hoffnung – in angenehmen wie in schweren Zeiten. Pfarrer Clemens Kreiss folgte Föcking im Amt.

Leistungsbeschreibung neu definiert


nter der Leitung von Thomas Kurth wurden 1999 weitere einschneidende strukturelle Veränderungen vorgenommen. So wurde zunächst einmal die so genannte »Leistungsbeschreibung« neu aufgesetzt und umfangreich reformiert. Darüber hinaus hielten Computer Einzug in die Verwaltung und in Seppenrade wurde zwecks Kinderbetreuung eigens ein Haus angemietet. Auch in Oer-Erkenschwick wurde an der Ludwigstraße 21 eine zusätzliche Wohnung angemietet, um die Tagesbetreuung weiter zu optimieren.

Kinder machen grausigen Fund


m Oktober 1999 wurde an der Ewaldstraße in Oer-Erkenschwick eine junge Frau tot aufgefunden. Spielende Kinder fanden die Leiche, bei der es sich – wie sich später herausstellte – um die 19-jährige Küchenhilfe des »Kinderheim St. Agnes«, Lydia van Boxel, handelte. Erdrosselt und böse zugerichtet. Im Kinderheim herrschte von jetzt auf gleich Fassungslosigkeit, Heimleiter Thomas Kurth rang nach Worten und leistete mit seinem Team Trauerarbeit. „Für uns ist das, als hätte dieser Schicksalsschlag die eigene Familie getroffen”, so Kurth, der den traumatischen Gefährdungsgrad bei allen Kindern und Jugendlichen im Haus als sehr hoch einstufte. Das »Kinderheim St. Agnes« richtete zur weiteren Trauerverarbeitung zeitnah eine Trauerfeier für Lydia van Boxel aus. Schockstarre noch immer bei allen Anwesenden. Und Fragen. Viele Fragen. »Wie konnte das nur geschehen?« – »Warum?« – »Wer tut so etwas Schreckliches?« – »Wie soll es jetzt weitergehen?«. Antworten gab es an diesem »Tag der Erinnerungen« keine. Dafür jede Menge Rosen vor dem Altar. Niedergelegt von den Kindern des Heims, deren Freundin  Lydia dem »Kinderheim St. Agnes« in bester Erinnerung bleibt. Sieben Jahre bereicherte Lydia als Kind das Leben im »Haus Sonneneck«.

Tag der offenen Tür


ir schreiben das Jahr 2000. Das »Kinderheim St. Agnes« geht erneut an die Öffentlichkeit. Ein »Tag der offenen Tür« sollte die Bevölkerung einige Stunden am Heimleben teilnehmen lassen und weitere Vorurteile abbauen sowie die wichtigste aller Fragen  beantworten: »Warum hat die Pfarrgemeinde St. Josef als Träger ein Kinderheim?« Die einfachste Antwort wäre zu sagen, „damit Kinder ein Zuhause haben”. Doch die Intention geht weiter, denn die Kirche hat schließlich einen sozialen Auftrag. Jeder Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen, Geborgenheit und Liebe sind die Grundpfeiler des Glaubens. Auch wenn mittlerweile Begriffe aus der Wirtschaft Einzug halten in Alltag und Verwaltung des Kinderheims, wie Controlling, Qualitätsmanagement, Leistungsbeschreibung oder Quartalsberichte, so ist das »Kinderheim St. Agnes« gewiss nicht als Wirtschaftsbetrieb anzusehen. Das Leitbild der Kirchengemeinde ist gleichzeitig auch Inhalt der Arbeit im Kinderheim: „Was Ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt Ihr mir getan” (Mt. 25.40). Der »Tag der offenen Tür« lockte unter dem Motto »Kind sein dürfen« mit einem attraktiven Programm und kam in der Bevölkerung super an. Mittlerweile beschäftigt das »Kinderheim St. Agnes« 50 Mitarbeitende, darunter 26 im pädagogischen Dienst, die sich in unterschiedlichen Betreuungsformen um 62 Kinder und Jugendliche kümmern.

Das »Wir« steht über allem


eimleiter Thomas Kurth forcierte auch in den Folgejahren sein Bestreben, die Betreuung der Kinder durch zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen für seine Mitarbeitenden weiter zu professionalisieren. Der Diplom-Heilpädagoge legte von Beginn an sehr viel Wert auf Teamgeist und Team-Motivation. Entsprechende Erlebnisausflüge mit dem Team unterstützten ihn in diesem Vorhaben. Im selben Jahr explodierten die Zahlen der potentiellen Heimkinder um sage und schreibe 50 Prozent. Gaby Gonstalla, Sozialamtsleiterin in Oer-Erkenschwick, begründete diese Entwicklung mit der Aussage, die Jugendhilfen leisteten zu wenig in der Prävention.

Computer halten Einzug


ank einer sehr großzügen Spende durch die Essener »Elisabeth-Wagener-Stiftung« über stolze 30.000 DM konnte das »Kinderheim St. Agnes« Computer anschaffen und den Heimkindern wenig später entsprechend auch den Zugang zum Internet ermöglichen. Das »World Wide Web« diente fortan für alle Beteiligten als zusätzliche Informationsquelle. Noch konnte kaum jemand ahnen, welch großartiger Siegeszug der Digitalisierung sowie dem zentralen Thema »Internet« einmal bevorstehen würde. Heute sind Computer und Internetvernetzung allgegenwärtig und nicht mehr wegzudenken. Weder in der Verwaltung, noch im privaten Umfeld.

Da waren es nur noch drei…


m »Kinderheim St. Agnes« waren mit Schwester Gerlinde, Schwester Lucie und Schwester Theodorlinde im Jahre 2003 noch drei »Schwestern der Göttlichen Vorsehung« aktiv, der Spitzenwert lag einst bei 18 Ordensschwestern. Schwester Lucie: „Auch wenn sich vieles in den letzten Jahrzehnten verändert hat, eins ist geblieben: Wir haben uns damals um Kinder in Not gekümmert und tun dies auch heute noch. Mit Herz und Engagement.” Derweil präsentierten Heimleiter Thomas Kurth und Stellvertreterin Christiane Jansen die 82 Seiten starke Zeitung zum 90-jährigen Jubiläum des Hauses. Kurth weiß: „Die Ordensschwestern und unser Haus sind untrennbar miteinander verknüpft!” prominentes geleit gab es ein Jahr später für die jungen Kicker des Hauses, denn kein Geringerer als der ehemalige Schalker Fußballprofi Ingo Anderbrügge coachte im Jahre 2004 die so genannten »Agnes-Kicker« im Rahmen des Sommerfestes gegen ein Betreuuerteam des Kinderheims zum Sieg. „Als Fußballprofi fühle ich mich geradzu verpflichtet, derartige AKtionen aktiv zu unterstützen”, so der gebürtige Dattelner.

Kinderheim wird zum Hauptbahnhof


eimleiter Thomas Kurth stielte 2005 mit seinem »Eisenbahnprojekt« eine weitere Intitiative an, um für die Heimbewohner die Nachhaltigkeit ihrer Aufenthalte weiter zu unterstützen. Er bat die Bevölkerung offensiv um Sachspenden, um im Kinderheim etwas nie Dagewesenes entstehen zu lassen. Die Resonanz war riesengroß. Schnell stapelten sich sage und schreibe 25 Kisten randvoll mit Schienen, Zügen und Zubehör in der Verwaltung, so dass sich die Heimbewohner schon sehr bald der spannenden Aufgabe widmen konnten, eine eigene »Eisenbahnwelt« zu erschaffen. Kurths weitsichtiger Hintergedanke: „Die einzelnen 1 Meter mal 60 Zentimeter großen Plattenmodule, die jedes Kind mit der Zeit individuell bestücken kann, sollen die Kinder beim Verlassen des Heims mitnehmen dürfen. Die Platte kann so als Startelement für die eigene Anlage dienen!” Von dieser wunderbaren Idee zeigten sich alle begeistert. Das »Eisenbahnprojekt« wurde übrigens im Mai des Jahres mit einem »Sponsorenkaffee« vorgestellt.

Verwaltung nun an der Schillerstraße


m März des Jahres 2006 zogen Leitung und Verwaltung des »Kinderheim St. Agnes« zur Schillerstraße mit der Hausnummer 1. Parallel dazu bezogen die Schwestern ihr neues Domizil »An der Aue«. Gleich im Januar des darauffolgenden Jahres gab es zunächst keine wirklich guten Nachrichten: »Sturm Kyrill« verursachte massive Schäden an den Häusern und dem Außengelände an der Kirchstraße. danach ging es aber für das Kinderheim perfekt durchstrukturiert und reibungslos durch das Jahr. Karneval, neue Kooperationen, Klausurtagungen, Mitarbeiterausflüge sowie zeitgemäß angebotene Events wie der »CoolTour-Wettbewerg« im Juni oder auch der »Adventure-Nachmittag« im November. Darüber hinaus verlor man aber auch nicht die kontinuierliche Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte aus den Augen. Zum Abschluss des Jahres wurde das Bürohaus in Gladbeck auf dem Gelände des Eduard-Michelis-Hauses aufgelöst.

Dezentralisierung weiter angesagt


ezentralisierung – so lautete das Zauberwort Anfang 2008 auch in Gladbeck. Vorbild war das »KInderheim St. Agnes« in Oer-Erkenschwick, dessen Heimleiter Thomas Kurth die Wohnbereiche nach und nach dezentral hat entstehen lassen. In Gladbeck suchte man zu Jahresbeginn zunächst einmal ein bereits erschlossenes Grundstück, um das erfolgreiche Projekt der Stimbergstadt auch in Gladbeck zu etablieren. Die gemeinnützige GmbH aus Oer-Erkenschwick hatte mittlerweile die Trägerschaft für das Kinderheim in Gladbeck, welches zu diesem Zeitpunkt knapp über 100 Kindern eine Heimat bot, übernommen.

Leben im »Kosmos«


inen weiteren Schritt in die Zukunft setzte das »Kinderheim St. Agnes« im Jahr 2009, als es in Marl-Sinsen eine neue Intensivwohngruppe mit dem klangvollen Namen »Kosmos« eröffnete. Bis zu sieben Kinder konnten hier ab sofort pädagogisch-therapeutisch intensiv betreut werden. Zuvor wurden diese Kinder in der Regel in einer Klinik behandelt. Die Wohngruppe »Kosmos« sollte diesen Kindern den Weg zurück in die Familie oder in ein anderes Heim ebnen. Um die sieben Kinder kümmerten sich ebenso viele Betreuer. Das Erfolgskonzept? „Wohlwollend, aber klar strukturiert auftreten“, betonte Team-Coach Britta Kleine, die auch den Kontakt zu den Eltern der Kinder möglichst eng hielt.

Stein für Stein zum Ziel


orfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Sowohl die Geschäftsleitung des »Kinderheim St. Agnes«, als auch die viele jungen Bewohner des Kinderheims in Gladbeck, für welches »St. Agnes« die Trägerschaft übernahm, konnten es kaum erwarten, endlich die neuen Häuser zu beziehen. In den Sommerferien 2010 sollte es dann endlich soweit sein. Zuvor feierte man an der Bottroper Straße allerdings erst einmal ein Richtfest der Extraklasse. Bei tollem Wetter sah man alle künftigen Heimbewohner mit gelben Kappen, roten T-Shirts und großen Arbeitshandschuhen ausgestattet mitanpacken.

ach dem Richtfest hieß es noch ein wenig Warten. „Bis dahin überbrückten die Kinder die lange Wartezeit mit einem beeindruckenden Legomodell, welches den Baufortschritt detailliert dokumentierte”, lacht Geschäftsführer Thomas Kurth, der sich sehr freute, einen Ort geschaffen zu haben, wo „sich die Kinder mal fallen lassen können”. Eigene Zimmer, große Küchen, Notfallräume sowie ein großes Außen-Areal zum Spielen, Toben und Grillen. Ein großes Plus der neuen Häuser ist auch die citynahe Wohngegend, die es allen Bewohnern ermöglicht, am Stadtleben Gladbecks aktiv teilzunehmen.

 

 

 

 


 

Sommerfest ein Mega-Erfolg


er Beginn der Sommerferien wird im »junikum« traditionell mit dem Sommerfest in Oer-Erkenschwick gefeiert. Auch in diesem Jahr sind wieder viele Kinder, Jugendliche und Familien der Einladung gefolgt und haben das Event zu einem richtigen Highlight werden lassen. Auf der großen Wiese an der Kirchstraße waren allerlei Angebote für Groß und Klein dabei: Eine Riesen-Torwand forderte die Ballkünste der Besucher heraus, beim Kinderschminken wurden fantastische Masken auf die Gesichter gezaubert, es konnten Schlüsselanhänger gebastelt und Freundschaftssteine gestaltet werden. Natürlich durften auch die kulinarischen Genüsse nicht fehlen. Die Kolleginnen der Hauswirtschaft verwöhnten die Besucher mit Kaffee und leckerem Kuchen, herzhaften Würstchen vom Grill, kühlen Getränken und frischem Obst. Auch ein leckerer Cocktail wurde den Gästen serviert. Bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune wurde gespielt und gelacht. Auch viele ehemalige Bewohner haben den Weg zur Kirchstraße gefunden und trafen beim »Meeting-Point« des Jugendwohnens auf alte Bekannte. Zwei Herausforderungen der besonderen Art waren zum ersten Mal auf dem Sommerfest zu bestaunen. Der große Hindernisparcours zog die Kinder in seinen Bann und beim Kistenklettern konnten die Jugendlichen und Erwachsenen ihren Mut in sieben Metern Höhe unter Beweis stellen. So kann der Sommer starten!

Medialer Meilenstein


ach monatelanger Planungs- und Programmierarbeit war es im Januar 2017 endlich soweit: Thomas Kurth, Geschäftsführer des »junikum«, präsentierte voller Stolz die neue Internetpräsenz seines Hauses! Die mit diesem Projekt beauftragte Medienagentur Kellermann aus Waltrop zeigte sich nach Beendigung der Arbeiten voller Demut und begeistert von der „ungeheuren Motivation der junikum-Mitarbeiter” und betonte dass es eine Freude sei, zu beobachten, mit welcher Begeisterung in jeder Abteilung gearbeitet wird, um Kindern und Jugendlichen ein besseres Leben zu ermöglichen und Perspektiven zu schaffen. Die neuen Webseiten wurden selbstverständlich »responsive« gestaltet, das heißt: für alle Endgeräte optimiert.

Den Neubau fest im Blick


m 7. April 2017 hat das »junikum« die Anträge für die beiden geplanten Neubauten im Stadtteil Oer eingereicht. Die »junitOERBIT«, seit Langem fester Bestandteil auf dem Gelände zwischen Kindergarten und Pfarrzentrum, soll ebenso ein neues Domizil beziehen, wie die Geschäftsstelle des »junikum«. Stellvertretend für die Kinder und Jugendlichen zeigte sich Geschäftsführer Thomas Kurth begeistert. Nachdem im Juli 2017 der erste Spatenstich für den Neubau der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung »junikum« erfolgte, rollte am folgenden Mittwoch bereits der Bagger an, um mit den Erdarbeiten zu beginnen.

Stadtgeschichtliche Bedeutung


as Gelände des alten Pastorats von Oer, wo der Neubau jetzt entstehen soll, gelangte Anfang der »90er-Jahre« in den Fokus der Heimatforschung als alternativer Standort der »Burg Oer«. Stadtgeschichtliche Bedeutung hat dieser Sitz der Herren von Oer dadurch, dass hier die Keimzelle von Oer vermutet wird. Auch wenn bereits 1436 die Herren von Oer von ihrem Landesherrn, dem Kölner Erzbischof, endgültig aus dem Vest vertrieben wurden, zeigt das Wappen der Stadt Oer-Erkenschwick doch eindrucksvoll, wie eng der Bezug zur Familie von Oer noch in heutiger Zeit ist. Zur Prüfung des Bauuntergrunds wurden von der Baufirma Schnitte ausgehoben, die danach von einem Grabungsteam der »LWL-Archäologie für Westfalen« noch genauer untersucht und archäologisch erfasst wurden. Angetroffen wurden hierbei überwiegend alte Aufschüttungen. Der Schnitt in der Nähe des Straßenrands könnte eventuell ein Teil der in den alten Karten eingezeichneten Gräfte angeschnitten haben. Da eine tiefe Aushebung der Baugrube nicht notwendig ist, ist aufgrund der in den Schnitten angetroffenen Befunde nicht vorgesehen, die gesamte Fläche zu erfassen. Vielmehr wird die geplante Bodenplatte eine Versiegelung der Stelle bewirken, so dass die Situation in der Erde für kommende Forschungen erhalten bleibt.

Gelungenes Richtfest


on oben kündigte sich Unheil an. Das Wetter drohte dem Richtfest des »junikum« am Freitag, 15. Dezember 2017 an der »Klein-Erkenschwicker-Straße« zunächst einen bösen Streich zu spielen, doch am Ende schloss der Wettergott für die zahlreichen Anwesenden nicht nur für einen Moment die Regenschleuse, er schickte sogar ein paar Sonnenstrahlen auf die beiden imposanten Rohbauten, so dass die Veranstaltung planmäßig von statten gehen konnte. Noch befinden sich die beiden junikum-Häuser im Rohbau, doch die vielen Besucher, darunter selbstverständlich auch zahlreiche junikum-Mitarbeitenden, konnten sich bereits einen außerordentlich guten Eindruck vom Bauprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrhauses verschaffen. Was die eigentliche Bauphase angeht, so befindet man sich voll im Zeitplan. „Nur müssen wir gerade damit leben, dass es Lieferschwierigkeiten bei den Fenstern gibt“, sagt Geschäftsführer Thomas Kurth, der den Umzug seiner Mitarbeitenden sowie den Einzug der Kinder und Jugendlichen für das kommende Jahr fest im Blick hat. „Ab der dritten Kalenderwoche stehen die Arbeiten im Bereich Elektrik und Sanitär an, die Fenster werden dann ebenfalls nach und nach eingebaut”, so Kurth weiter. Der Geschäftsführer bedankte sich bei allen Beteiligten für den enormen bisherigen Input und die ebenso leidenschaftliche wie professionelle Kooperation auf allen Ebenen.

Fortsetzung folgt…